Was macht ein Gabelstaplerfahrer? Gabelstaplerfahrer, auch Staplerfahrer oder Flurförderzeugführer genannt, bedienen verschiedene Gabelstapler und Zubehör, um Güter zu entladen, zu laden, zu transportieren, zu heben und abzusetzen, die aufgrund ihres Gewichts und ihrer Größe nicht von Hand bewegt werden können. So können schwerere Lasten auf dem Betriebsgelände schneller und effizienter bewegt werden. Gabelstaplerfahrer arbeiten in vielen Innen- und Außenbereichen: auf Baustellen, in Lagern, auf Industriegeländen, an Flughäfen, in Häfen, in Baumärkten, Fabriken, Produktionsstätten, Gartencentern, Fertigungsanlagen und Distributionszentren. Sie können verschiedene Modelle fahren und unterschiedlichste Waren transportieren. Ihre konkreten Tätigkeiten hängen daher stark vom Arbeitsort und ihren Spezialisierungen ab. Das Ziel ist der sichere, korrekte und effiziente Einsatz der Stapler beim Bewegen von Gütern. Sie müssen zudem sicherstellen, dass die transportierten und gelagerten Waren unbeschädigt bleiben. Insgesamt tragen sie eine große Verantwortung für die eigene Sicherheit und die der Kollegen. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem: tägliche Sicherheitschecks, manuelles Handhaben von Gütern, Stapeln auf Paletten, Transportieren, Heben und Bewegen von Paletten, Ein- und Auslagern aus Regalsystemen, sachgerechtes Lagern, Kommissionieren und Verpacken von Aufträgen, Bedienen von Funkgeräten, Reinigen des Arbeitsbereichs und grundlegende Wartungsarbeiten. Auch das Führen von Papierkram und das Erstellen von Aufzeichnungen gehört oft zur Rolle. Gabelstaplerfahrer verbringen den Großteil ihres Arbeitstages in der Fahrerkabine, arbeiten aber auch mit verschiedenen Personen zusammen, z.B. mit Lagermeistern, Vorarbeitern, anderen Staplerfahrern, Lagerarbeitern, Qualitätskontrolleuren, Administratoren, Lkw-Fahrern und Lieferanten. Sie können bei Unternehmen jeder Größe arbeiten, von großen Logistik- und Transportunternehmen bis hin zu kleinen Gartencentern oder Baustoffhändlern. Meist handelt es sich um Vollzeitstellen, es gibt aber auch Teilzeit- oder befristete Verträge. Aufgaben (Verantwortlichkeiten) Die Aufgaben variieren je nach Staplertyp, Arbeitsumfeld und Position. Beispiele für alltägliche Tätigkeiten (nicht abschließend): – Unterstützung bei anderen Tätigkeiten nach Bedarf, z.B. Verpacken, Etikettieren und Versenden im Lager. – Einhalten der Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften sowie der Betriebsanweisungen für Gabelstapler. – Durchführung täglicher Sicherheitskontrollen am Gabelstapler, Equipment und Zubehör. – Kontrolle der Fahrwege auf Hindernisse und deren Beseitigung. – Manuelles Bewegen von Gütern, wo erforderlich. – Sichere Bewegung von Waren auf dem Gelände mit dem Gabelstapler zu den vorgesehenen Orten. – Heben und Bewegen von Paletten mit dem Gabelstapler. – Sicheres Stapeln von Waren auf Paletten und deren sichere Verladung. – Abstellen von Waren von Paletten. – Be- und Entladen von Lkw, Flugzeugen oder Schiffen. – Ein- und Auslagern von Waren in/aus Regalsystemen. – Lagerung von Waren in den richtigen Lagerfächern. – Kommissionieren und Verpacken von Aufträgen. – Kommunikation mit anderen Mitarbeitern per Funkgerät. – Sauberhalten der Arbeitsumgebung (allgemeine Reinigungsarbeiten). – Durchführung grundlegender Wartungsarbeiten am Gabelstapler. – Durchführung von Qualitätskontrollen an Waren. – Nachverfolgung von Beständen und Inventur. – Erledigen von Papierkram und Führen von Aufzeichnungen, z.B. für Bestandskontrolle oder Lieferscheine. Arbeitszeiten Gabelstaplerfahrer arbeiten typischerweise 40-46 Stunden pro Woche, abhängig von der Stelle. Die meisten Positionen sind unbefristet und in Vollzeit, es gibt aber auch Möglichkeiten für flexible Arbeitszeiten wie Teilzeit oder Jobsharing. Es handelt sich oft nicht um einen klassischen 9-17-Uhr-Job, da viele Stellen schichtbasiert sind. Wer in diesen Beruf einsteigt, muss daher bereit sein, zu unüblichen Zeiten zu arbeiten: frühmorgens, abends, nachts, an Wochenenden und Feiertagen. Konzentration ist zu jeder Zeit, auch in Nachtschichten, unerlässlich. Die Arbeit findet meist an einem festen Arbeitsplatz statt. Bei manchen Tätigkeiten, z.B. im Baugewerbe, kann jedoch Reisetätigkeit zu verschiedenen Baustellen hinzukommen, was den Arbeitstag verlängert. Auslandseinsätze sind selten, aber möglich. Qualifikationen Es gibt verschiedene Wege, Gabelstaplerfahrer zu werden: über eine Ausbildung (Lehre), Kurse bei privaten Bildungsträgern, Direktbewerbung oder Praktika. Ausbildung (Lehre) In Deutschland ist der übliche Weg eine Ausbildung, z.B. zur Fachkraft für Lagerlogistik (IHK) oder Fachlagerist/-in (IHK). Diese dualen Ausbildungen kombinieren Berufsschule und betriebliche Praxis und dauern in der Regel 3 Jahre, kann aber bei guten Leistungen verkürzt werden. Darin ist die Qualifizierung zum Führen von Flurförderzeugen (Gabelstaplerschein) meist integriert. Kurse bei privaten Bildungsträgern Viele private Ausbildungseinrichtungen bieten gesonderte Staplerschein-Kurse (Flurförderzeugschein) an. Die Qualität, Kosten, Voraussetzungen und Dauer variieren. Wichtig ist die Auswahl eines renommierten Anbieters. Der Staplerschein ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, um Gabelstapler im gewerblichen Bereich zu führen. Die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) gibt hierzu Regeln vor (z.B. DGUV Grundsatz 308-001). Kurse vermitteln die theoretische und praktische Prüfung. Vorkenntnisse sind oft nicht nötig, gute Deutschkenntnisse und körperliche Eignung sind jedoch wichtig. Ein Kurs allein garantiert keine Stelle, aber der Schein ist für die allermeisten Jobs zwingend erforderlich. Direktbewerbung Man kann sich auch direkt bei Unternehmen bewerben, die Stellen auf ihren Websites oder Jobportalen ausschreiben. Die Anforderungen variieren, aber meist wird ein gültiger Staplerschein vorausgesetzt. Einige größere Betriebe bieten auch interne Schulungen für Quereinsteiger mit relevanter Branchenerfahrung (z.B. Lager, Bau) an und lassen sie den Schein auf Firmenkosten machen. Wo arbeiten Gabelstaplerfahrer? Gabelstaplerfahrer arbeiten in verschiedenen Branchen und Arbeitsumgebungen. Beispiele (nicht abschließend): – Lager (häufigster Arbeitsplatz) – Bau- und Baustellen – Landwirtschaftliche Betriebe – Umschlagplätze und Docks – Häfen – Flughäfen – Güterbahnhöfe – Gartencenter – Recyclinganlagen – Großhandel und Einzelhandel (Supermärkte, Baumärkte) – Distributionszentren – Fabriken und Produktionsstätten – Holz- und Baustoffhandel – Messe- und Veranstaltungsgelände Die Arbeit kann drinnen, draußen oder beides sein. Beschäftigung findet sich bei direkten Arbeitgebern oder über Zeitarbeitsfirmen. Gehalt (Verdienst) Das Gehalt variiert je nach Region, Branche, Erfahrung und Verantwortung. Es handelt sich um Bruttojahresgehälter. * Einstiegsgehalt: Oft zwischen €25.000 und €30.000 pro Jahr. * Erfahrenes Personal: Kann zwischen €30.000 und €40.000 pro Jahr oder mehr liegen, besonders bei Schichtzulagen (Nacht-, Wochenendarbeit). * Stundensätze (Zeitarbeit/Ost-West-Unterschiede): Zwischen €12 und €20 pro Stunde sind möglich, mit Zulagen auch mehr. Wichtiger Hinweis: In einer Ausbildung (Lehre) richtet sich die Ausbildungsvergütung nach dem jeweiligen Tarifvertrag der Branche und steigt mit jedem Ausbildungsjahr an. Sie liegt deutlich unter dem Gehalt einer vollqualifizierten Fachkraft.
Wie man Gabelstaplerfahrer wird
